Unsere Woche nach Weihnachten in Dharamsala, genauer im Ortsteil Mcleod Ganj, ist wie im Flug vergangen. Trotzdem wir etwas traurig zur Kenntnis nehmen mussten, dass der „Normalbetrieb“ wegen der Winterpause plus der Kalachakra-Veranstaltung in Bodhgaya täglich eingeschränkter war, ergaben sich doch täglich schöne neue Optionen.
Am Dienstag Vormittag machten wir eine kleine Wanderung zu einem hübschen Wasserfall. Viele indische Touristen hatten die gleiche Idee, so dass es sehr überlaufen war. Aber wir gehörten zu den wenigen, die den Berg noch weiter hoch stiegen und wurden beim idyllisch gelegenen Shiva-Cafe mit Ruhe und schöner Aussicht belohnt.
Doch das Highlight des Tages erwartete uns am Nachmittag im tibetischen Regierungsviertel mit Schwerpunkt eines ausgiebigen Aufenthalts in der „Tibetan Library“ mit einer der größten Sammlungen alter tibetischer Schriften. Durch den Aufbewahrungsraum, der wie eine Schatzkammer gesichert war, führte uns ein freundlicher alter Mönch, der alle unsere Fragen beantwortete. Auch das darüber liegende, liebevoll gestaltete Museum war sehr sehenswert und machte einmal mehr deutlich, welch eine vielfältige und reiche Kultur da immer noch von der chinesischen Regierung vernichtet wird. Ganz aktuell wird gerade das größte Zentrum für tibetische Studien in Larung Gar in Tibet systematisch zerstört. Überall in Dharamsala findet man Aufrufe zur Solidarität mit Larung Gar.
Die Häuser des Regierungsviertels befinden sich auf relativ engem Raum und schließen ein Kloster und einen Tempel mit kleiner Stupa, sowie die Wohnblocks der dort angestellten Menschen mit ein. Im Vergleich zu den indisch geprägten Ortsteilen ist es dort ruhig und friedlich sowie absolut sauber.
Den Mittwoch verbrachten wir getrennt voneinander in Mcleod Ganj, und Rainer hatte eindeutig das interessantere Erlebnis: Ich traf mich mit einem Thangka-Painter, der mich über mehrere Stunden in die hohe Kunst der bildnerischen Darstellung religiöser Motive aus der tibetisch-buddhistischen Tradition einführte. Thangka-paintings sind häufig mit Brokatstoff umrahmt und finden sich in allen buddhistischen Klöstern und Einrichtungen. Am Ende stand die Bestellung eines Thangkas, der bis zur Heimkehr im September 2017 fertig gestellt werden soll. Beim gemeinsamen Abendessen in einem koreanischen Restaurant lief uns dann noch zufällig der frisch wiedergewählte tibetische Ministerpräsident über den Weg.
Am Donnerstag brachen wir nach dem Frühstück zum Norbulingka-Institut, ca. 15km außerhalb von Mcleod Ganj, auf. Dieses einzigartige tibetische Kulturinstitut liegt am Rande des kleinen Dorfes Sidhpur und ist ein harmonisch gestalteter Gebäudekomplex inmitten eines wunderschön angelegten japanischen Gartens.
An diesem Ort der Stille und Ruhe befinden sich offene Werkstätten tibetischen Kunsthandwerks für mehr als 300 Handwerker, angefangen von Holzarbeiten, z.B. sehr geschmackvolle Lampen, über Metallarbeiten, wie das Herstellen von großen Buddha-Figuren und Gebetsmühlen, Thangka-Malerei, Weberei, Näherei...
Auf diese Weise wird das traditionelle Handwerk wunderbar erhalten. Ein großer Tempel überragt das Gelände, und wir hätten es hier noch stundenlang aushalten können. Doch einmal in Sidhpur wollten wir uns noch ein wenig mehr anschauen:
Nur wenige Minuten mit dem Bus entfernt liegt das Gyuto Monastery, der Hauptsitz des 17. Karmapa, Eingeweihten auch bekannt für die herausragenden Stimmen seiner Mönche. Eine sehr schön gestaltete Anlage, und zum Zeitpunkt unseres Besuchs waren nur wenige andere Interessierte dort. Doch die waren überaus freundlich.
Nach der Busfahrt zurück nach Sidhpur spazierten wir gemütlich durch das verschlafene kleine Dorf. So ruhig muss es vor vielen Jahren auch in Mcleod Ganj gewesen sein. Der stillste Ort war eindeutig die Dolmaling-Nunnery, ein Studien-Zentrum für buddhistische Philosophie für 80 Nonnen, wo wir es sehr genossen in dem schön angelegten Klostergarten herum zu gehen und zu sitzen.
Für Freitag stand noch mal eine etwas längere, ca. 2-stündige Taxifahrt an. Wir fuhren durch das landschaftlich sehr reizvolle Kangra-Tal zu den Tempeln von Masroor hinaus. Eine in Felsen gehauene, sehenswerte Ansammlung von Tempeln aus dem 6.-8. Jahrhundert an einem recht versteckten Ort.
Zunächst lockte uns die Musik der direkt daneben liegenden Dorfschule an, und wir verfolgten eine ganze Weile deren fröhliche Tanzvorführungen im Freien.
Auf dem Rückweg machten wir noch einen Stop bei den heißen Quellen bei Tatwani. Während ich ein kurzes Bad nahm schaute Rainer sich die dörfliche Umgebung an.
Nach diesem, unserem letzten Ausflug in Indien landeten wir am späten Nachmittag wieder wohlbehalten in unserem Wohlfühl-Guesthouse in Mcleod Ganj.
Den Silvestertag und -abend verbrachten wir ziemlich unspektakulär, indem wir den schönen Tempelrundweg noch mal gingen, dabei die Stille dort genossen und Gebetsmühlen drehten.
Schließlich landeten wir wieder mal auf der Dachterrasse unseres Lieblingsrestaurants mit den leckersten Kuchen der Stadt bei toller Sicht auf die umliegenden Berge. Währenddessen füllte sich der Ort immer mehr mit indischen Touristen. Dies bedeutete Verkehrsstau in den engen Gassen und ein Gehupe ohne Ende. Es entstand eine hektische Partystimmung und wir waren uns einig, diesem Treiben lieber aus dem Weg zu gehen. So genossen wir in unserem freundlichen Serkong-Guesthouse ein leckeres Silvester-Abendessen und vermissten nichts, indem wir Mitternacht dieses Mal einfach verschliefen.
Heute, an unserem letzten vollen Tag in Mcleod Ganj, zogen wir erst einmal mit unserem Paket voller kleiner Indien-Mitbringsel zum Parcel-Packing-Service eines freundlichen älteren tibetischen Herrn. Dieser nahm kurz Maß und umnähte das Paket in Windeseile mit einer perfekt angepassten Hülle aus Stoff. Teilweise mit der Nähmaschine und abschließend per Hand wurden unsere Erinnerungen geschickt in hellen Leinenstoff eingenäht und anschließend mit Siegelwachs versehen. Eine tolle Methode ganz ohne Packpapier.
Nach Tempelumrundung, frischem Orangensaft bei Nabu und Dachrestaurant-Besuch mit Bergsicht genießen wir jetzt noch die letzten Sonnenstrahlen auf unserem Balkon.
Gegen 18.30 Uhr werden, wie bisher jeden Abend hier, wieder zwei fröhliche Tibeterinnen klopfen und uns lächelnd heiße Wärmflaschen für die Nacht bringen. Diese herzlichen Gesten sind ganz typisch für tibetische Gastfreundschaft, und wir genießen dies zum Abschluss unserer Reise hier sehr.
Am Dienstag Vormittag machten wir eine kleine Wanderung zu einem hübschen Wasserfall. Viele indische Touristen hatten die gleiche Idee, so dass es sehr überlaufen war. Aber wir gehörten zu den wenigen, die den Berg noch weiter hoch stiegen und wurden beim idyllisch gelegenen Shiva-Cafe mit Ruhe und schöner Aussicht belohnt.
Die Häuser des Regierungsviertels befinden sich auf relativ engem Raum und schließen ein Kloster und einen Tempel mit kleiner Stupa, sowie die Wohnblocks der dort angestellten Menschen mit ein. Im Vergleich zu den indisch geprägten Ortsteilen ist es dort ruhig und friedlich sowie absolut sauber.
Den Mittwoch verbrachten wir getrennt voneinander in Mcleod Ganj, und Rainer hatte eindeutig das interessantere Erlebnis: Ich traf mich mit einem Thangka-Painter, der mich über mehrere Stunden in die hohe Kunst der bildnerischen Darstellung religiöser Motive aus der tibetisch-buddhistischen Tradition einführte. Thangka-paintings sind häufig mit Brokatstoff umrahmt und finden sich in allen buddhistischen Klöstern und Einrichtungen. Am Ende stand die Bestellung eines Thangkas, der bis zur Heimkehr im September 2017 fertig gestellt werden soll. Beim gemeinsamen Abendessen in einem koreanischen Restaurant lief uns dann noch zufällig der frisch wiedergewählte tibetische Ministerpräsident über den Weg.
Am Donnerstag brachen wir nach dem Frühstück zum Norbulingka-Institut, ca. 15km außerhalb von Mcleod Ganj, auf. Dieses einzigartige tibetische Kulturinstitut liegt am Rande des kleinen Dorfes Sidhpur und ist ein harmonisch gestalteter Gebäudekomplex inmitten eines wunderschön angelegten japanischen Gartens.
Nur wenige Minuten mit dem Bus entfernt liegt das Gyuto Monastery, der Hauptsitz des 17. Karmapa, Eingeweihten auch bekannt für die herausragenden Stimmen seiner Mönche. Eine sehr schön gestaltete Anlage, und zum Zeitpunkt unseres Besuchs waren nur wenige andere Interessierte dort. Doch die waren überaus freundlich.
Für Freitag stand noch mal eine etwas längere, ca. 2-stündige Taxifahrt an. Wir fuhren durch das landschaftlich sehr reizvolle Kangra-Tal zu den Tempeln von Masroor hinaus. Eine in Felsen gehauene, sehenswerte Ansammlung von Tempeln aus dem 6.-8. Jahrhundert an einem recht versteckten Ort.
Auf dem Rückweg machten wir noch einen Stop bei den heißen Quellen bei Tatwani. Während ich ein kurzes Bad nahm schaute Rainer sich die dörfliche Umgebung an.
Den Silvestertag und -abend verbrachten wir ziemlich unspektakulär, indem wir den schönen Tempelrundweg noch mal gingen, dabei die Stille dort genossen und Gebetsmühlen drehten.
Heute, an unserem letzten vollen Tag in Mcleod Ganj, zogen wir erst einmal mit unserem Paket voller kleiner Indien-Mitbringsel zum Parcel-Packing-Service eines freundlichen älteren tibetischen Herrn. Dieser nahm kurz Maß und umnähte das Paket in Windeseile mit einer perfekt angepassten Hülle aus Stoff. Teilweise mit der Nähmaschine und abschließend per Hand wurden unsere Erinnerungen geschickt in hellen Leinenstoff eingenäht und anschließend mit Siegelwachs versehen. Eine tolle Methode ganz ohne Packpapier.
Nach Tempelumrundung, frischem Orangensaft bei Nabu und Dachrestaurant-Besuch mit Bergsicht genießen wir jetzt noch die letzten Sonnenstrahlen auf unserem Balkon.
Gegen 18.30 Uhr werden, wie bisher jeden Abend hier, wieder zwei fröhliche Tibeterinnen klopfen und uns lächelnd heiße Wärmflaschen für die Nacht bringen. Diese herzlichen Gesten sind ganz typisch für tibetische Gastfreundschaft, und wir genießen dies zum Abschluss unserer Reise hier sehr.
Danke für das ausführliche Update! Und, was mixet der Meister im Shiva-Cafe in seinen Mango Lassi?
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